By Jörg Schwarz

Seit dem eleven. Jahrhundert entstanden aus Siedlungen rund um Burgen und Klöster neue Städte. Immer mehr Leibeigene aus der Umgebung setzen sich in diese Orte ab. Dort waren sie für ihre Grundherren meist unauffindbar. Es entstand der Rechtsbrauch: Ein Leibeigener in einer Stadt konnte nach Jahr und Tag nicht mehr von seinem Grundherrn zurückgefordert werden. Stadtluft machte alsoim wahrsten Sinn des Wortes frei.Jörg Schwarz zeichnet ein anschauliches Bild der mittelalterlichen Stadt. Wer lebte dort? Welche sozialen Gruppen gab es? Wer regierte und welche Rolle spielte das Bürgertum dabei? Wer zählte zu den Außenseitern? used to be leistete die Stadt für ihre Bewohner und wo lagen ihre Probleme? Paradebeispiel in der Darstellung ist die Stadt Köln, doch der Blick geht auch immer wieder auf andere Städte und über den deutschen Tellerrand hinaus.

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The Knight in History (Medieval Life)

A magisterial background of the origins, fact, and legend of the knightBorn out of the chaos of the early heart a long time, the armored and hugely cellular knight revolutionized battle and fast turned a mythic determine in historical past. From the Knights Templars and English knighthood to the crusades and chivalry, The Knight in background, by way of acclaimed medievalist Frances Gies, bestselling coauthor of existence in a Medieval fortress, paints a notable actual photo of knighthood—exploring the knight’s earliest visual appeal as an agent of lawless violence, his reemergence as a dynamic social entity, his eventual disappearance from the ecu degree, and his transformation into Western culture’s such a lot iconic hero.

The Northern Crusades: Second Edition

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Chaucer's Tale: 1386 and the Road to Canterbury

A full of life, concise biography of the daddy of English literature and the tumultuous 12 months that ended in The Canterbury Tales At the start of 1386, Geoffrey Chaucer—lauded this day because the father of English literature—was a middle-aged Londoner with a modest bureaucratic put up; his literary successes were restrained to a small viewers of intimate neighbors.

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Protecting 1000 years of historical past, this quantity tells the tale of the production of Western civilization in Europe and the Mediterranean. Now to be had in a compact, more straightforward structure, it bargains a similar textual content and lots of of the illustrations which first seemed within the greatly acclaimed Oxford Illustrated background of Medieval Europe.

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Unumstritten battle Genua vom 6. bis zum 7. Jahrhundert das politische und wirtschaftliche Zentrum der „Marittima“, der quarter, die vom Meer und von der Schifffahrt ihren Namen hat. Zwar lag Genua abseits von der through Francigena, der großen Pilger- und Handelsroute, die Italien von den Alpen in Richtung Rom durchzog. Doch jeder Kaufmann, jeder Fernhändler, der von Mittelitalien weiter nach Westen in Richtung Provence zog bzw. umgekehrt, musste an der Stadt vorbei oder in ihr Halt machen. Genua battle zudem Sitz einer größeren Judengemeinde – auch dies ein Zeichen dafür, dass Handel und Gewerbe das Leben der Stadt bestimmten. 635 eroberten die Langobarden unter ihrem damaligen König Rothari die Stadt, und wohl erst jetzt kam es zu deutlichen Minderungen städtischer Qualitäten. Die Bevölkerung ging zurück, sie verlor politische Rechte. Wie der fränkische Geschichtsschreiber Fredegar im 7. Jahrhundert berichtet, führte die Eroberung durch die Langobarden zu einer Herabstufung Genuas von einer „Stadt“ (civitas) zu einem „Dorf“ (vicus). Betroffen waren von dieser Maßnahme auch andere Städte der Gegend. Rothari entriss mit seinem Heere dem Römischen Reich an der Meeresküste die Städte Genua, Albenga, Varigotti, Savona, Oderzound Luni; er verwüstete sie, brach sie und brannte sie nieder, die Einwohnerschaft holte er aus ihren Häusern, dann beraubte er sie und bestimmte sie zur Gefangenschaft. Indem er die Mauern der eben genannten Städte bis zu den Grundfesten niederreißen ließ, veranlasste er diese Städte (hinfort nur mehr) als Dörfer zu bezeichnen. 1 Eine kaiserliche Urkunde vom Beginn des nine. Jahrhunderts schildert uns Genua als überwiegend bäuerliche Gemeinde. Doch struggle, auch jetzt, immer noch so viel städtische Potenz vorhanden, dass die Siedlung einen raschen Wiederaufstieg nehmen konnte. In einer Urkunde Berengars II. und Adalberts, den damaligen Machthabern der quarter, |36|von 958 werden den „Bewohnern der Stadt Genua“ ihre Rechte und Gewohnheiten „innerhalb und außerhalb der Stadt“ (infra et additional civitatem) bestätigt – das Dokument ist das älteste Privileg für eine italienische Stadt in der Zeit vor der großen kommunalen Bewegung des Hochmittelalters. Nur einer Stadt, die eine wichtige politische Stellung besaß, in der ein reges Leben und eine leidlich intakte Versorgung der Bevölkerung gewährleistet struggle, konnte ein solches Privileg zuteil werden. Bereits Ende des nine. Jahrhunderts wurde in Genua ein Mauerring errichtet, der die Stadt umschloss. Von solchen Mauern konnten die Bewohner der Siedlungen nördlich der Alpen, die zu dieser Zeit den Raubzügen der Normannen hilflos ausgesetzt waren, nur träumen! 1152 erfolgte eine Erweiterung des Mauerrings, und steil machte die Stadt weiterhin „Karriere“. Sie baute sich durch Kolonien am Bosporus und an den Küsten des Schwarzen Meeres ein Reich aus, das hinter dem ihrer großen Rivalin an der Adria, Venedig, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kaum zurückstand. Köln – Stadt der Römer und des Christentums Die Bewahrung des Charakters einer Stadt auch über das Ende der Antike hinaus – für die römischen Städte im Gebiet des späteren Deutschland gilt dies zwar nicht in gleichem Maße, doch sorgte allein schon die Tatsache, dass in vielen dieser Städte ebenfalls seit dem four.

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