By Rainer Maria Rilke

Rainer Maria Rilke hat mit seiner Lyrik ein Werk geschaffen, das in seiner Gesamtheit zum Grundbestand der deutschen Literatur gehört und zugleich, über die Zeiten hinweg, populär geblieben ist. Seine Texte sind ein nicht abreißender poetischer Gedankenstrom um die großen Fragen der Menschheit, und die Eleganz und die Widerständigkeit ihrer Sprache machen sie, einmal gelesen, zu Lebensbegleitern, die einen immer wieder wie eine geliebte Melodie gefangennehmen. Die Ausgabe wird ergänzt durch eine ausführliche Zeittafel, die einen raschen Überblick über Rilkes Leben und Werk erlaubt. Den Band eröffnet das erste überlieferte Gedicht des achtjährigen René, und er schließt mit seinem letzten, auf dem Sterbebett verfaßten Gedicht. In bisher unerreichter Vollständigkeit werden Rilkes sämtliche Gedichte der Reifezeit geboten und von den Jugendgedichten all jene, die von Rilke zu Zyklen zusammengestellt wurden.

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Und längs den weißen Wänden hilft sich die Sehnsucht castle mit irren Händen … Die Uhren stehn im Schloß: es starb die Zeit. Irgendwo muß es Paläste geben, drin die Fenster von Staub verschnein; in der Säle hallende Reihn tauchen tote Tage hinein: Gestalten wallen, es warnt der Schrein; und kein lustiger Leuchterschein reicht in das einsame Seltsamsein … Dorten wollen wir Feste geben – märchenallein. Im Schlosse mit den roten Zinken wär ich so gern des Abends Gast. Die Fenster glühn, die Falten sinken, und meine weißen Wünsche winken mir aus dem lodernden Palast. Ich will durch lange Hallen schleichen und in die tiefen Gärten schaun, die über alle Marken reichen. Und Frauen lächeln an den Teichen, und in den Wiesen prahlen Pfaun … Einmal möcht ich dich wiederschauen, Park, mit den alten Lindenalleen, und mit der leisesten aller Frauen zu dem heiligen Weiher gehn. Schimmernde Schwäne in prahlenden Posen gleiten leise auf glänzendem Glatt, aus der Tiefe tauchen die Rosen wie Sagen einer versunkenen Stadt. Und wir sind ganz allein im Garten, drin die Blumen wie Kinder stehn, und wir lächeln und lauschen und warten, und wir fragen uns nicht, auf wen … Es kommt in prunkenden Gebreiten der Abend wie ein leiser Gott. Den Rappen vor! Jetzt will ich reiten durch purpurbunte Einsamkeiten in bügelleichtem Träumertrott. Ich atme tief. Ich werde Kaiser. Mein heller Helm ist losgeschnallt, und meine Stirne streifen Reiser und rauschen so. Und leiser, leiser hallt Huf und Ruf im roten Wald. Horch, verhallt nicht ein scheuer Schrei von den Hängen her? Aus dem morschen Klostergemäuer kann der Abend nicht mehr. Er sucht sich wund an der Wand. Und mit hilfloser Hand in das Säulengedränge, in ewige Gänge, wirft er den model. Feuer. – In schlichtem Gewand flieht er, der Heimkehr singender Heuer leise gesellt, ins verlöschende Land. Der König Abend weiß sich schwach und satt, und ihm geschieht: Er schenkt sein Gold dem jungen Bach, der einem Hirtensingen nach in Menschenlande zieht. Jetzt ist der Bach ein Königskind. Er jubelt laut Alarm und gibt den wunden Krumen blind sein Gold. – Und wo die Hütten sind, dort ist er wieder arm. Der Tag entschlummert leise, – ich walle menschenfern … Wach sind im weiten Kreise ich – und ein bleicher Stern. Sein Auge lichtdurchwoben ruht flimmernd hell auf mir, er scheint am Himmel droben so einsam, wie ich hier … Fahrten VENEDIG I Fremdes Rufen. Und wir wählen eine Gondel, schwarz und schlank: Leises Gleiten an den Pfählen einer Marmorstadt entlang. nonetheless. Die Schiffer nur erzählen sich. Die Ruder rauschen sacht, und aus Kirchen und Kanälen winkt uns eine fremde Nacht. Und der schwarze Pfad wird leiser, fernes Ave weht die Luft, – traun: Ich bin ein toter Kaiser, und sie lenken mich zur Gruft. II Immer ist mir, daß die leisen Gondeln durch Kanäle reisen irgend jemand zum Empfang. Doch das Warten dauert lang, und das Volk ist arm und krank, und die Kinder sind wie Waisen.

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